Seebad in Kaltern

Es gibt bereits zwei Badebetriebe am Kalterer See in Südtirol. Nun ist ein dritter – sicher der extravaganteste – hinzugekommen. Um möglichst wenig Grundfläche zu versiegeln, ist die Anlage zweigeschossig konzipiert. In das oben liegende Sonnendeck sind zwei Schwimmbecken als Abbild des Sees in die künstliche Landschaft integriert. Das bestehende Lidogebäude blieb erhalten und dient nun als Restaurant, das wie Laden und Bar auch von der Seepromenade aus öffentlich zugänglich ist. Das Deck kragt weit über die Liegewiese aus und bietet einen guten Blick auf den See. Darunter entsteht ein vor Sonne und Regen geschützter Bereich – das so genannte »Aquarium«. Sechs Stützkerne, die auf Bohrpfählen gegründet sind, und der im Hang versenkte Nebenraumbereich tragen das Deck aus selbstverdichtendem Beton. Zwei dieser Betontrichter durchdringen die Plattform im Beckenbereich und ragen wie künstliche Felsen aus dem Wasser. Diese oben geöffneten Kamine dienen der Belichtung des Whirlpools und des Regenraums im Inneren der Kerne. Runde Oberlichter im Boden des Schwimmbeckens und Glasbetonsteine im Terrassenboden bringen atmosphärisch bewegtes Licht ins »Aquarium«. Hier zeichnen sich auf der skulpturalen Deckenuntersicht die unterschiedlichen Beckentiefen und der Kräfteverlauf plastisch ab.

Seebad in Kaltern