Als reine Zweckbauten zeichnen sich landwirtschaftliche Gebäude in der Regel nicht gerade durch ihr ästhetisches Erscheinungsbild aus. Funktional und kostengünstig sollen sie sein, mehr nicht. Dass beides auch mit einer hohen architektonischen Qualität vereinbar ist, zeigt Florian Nagler mit dem Kuhstall im oberbayerischen Voralpenland. An eine bestehende Scheune angefügt, reihen sich die beiden neuen Gebäude – Stall und Melkhaus – entlang einer Straße außerhalb des Dorfes auf. Da der Kostenrahmen eng gesteckt war, entstand die Idee, das Holz für die Hauptkonstruktion aus dem Wald der Bauherren zu entnehmen und die Bauarbeiten größtenteils in Eigenleistung auszuführen. Für den Entwurf bedeutete dies, dass die Konstruktion so einfach wie möglich gehalten sein musste, damit die Arbeiten – Ablängen, Schneiden und Bohren – auch von ungelernten Helfern ausgeführt werden konnten.
