Nahe der Südtiroler Weinstraße gründete 1960 eine Gruppe von Weinbauern die Kellereigenossenschaft Schreckbichl, die heute 290 Mitglieder zählt. Ursprünglich wünschte sich die Kellerei nur eine zeitgemäßere Präsentation ihrer Weine in Form einer neuen Broschüre, das Projekt weitete sich jedoch zum kompletten Corporate Design aus – vom Logo über Etiketten bis hin zur Architektur. Der Brixner Architekt Gerd Bergmeister schlug eine Umhüllung des Bestandsgebäudes aus den 80er-Jahren vor. Im Abstand von einem halben Meter stellte er ein Stahlgerüst vor den Altbau, das dessen Satteldächer überragt. Die alte Fassade blieb dabei unverändert. In Referenz zu den Weinfässern wurde der Rost mit einer Eichenschalung verkleidet. Die plastischen dunkelroten Laibungen aus Stahlblech bieten nicht nur Einblicke in das Gebäude, sondern entlarven auch die »Kulisse« der vorgestellten Fassade, indem sie den Blick auf den Himmel freigeben. Vor die Fenster gespannte transluzente Netze mit aufgedruckten Weinblattmotiven verstärken die irreale Wirkung der Fassade. Neben der Form der Öffnungen variiert auch die Breite von Schalung und Fugen. Die Neugestaltung setzt sich im Eingangsbereich mit Warte- und Präsentationsräumen fort. In Zukunft sollen weitere Teile des heterogenen Komplexes ein »neues Gesicht« erhalten.
