Mit ihren fließenden Räumen und geschwungenen Treppen ist die Schule im neuen Stadtteil Orestad eine beispielhafte räumliche Umsetzung der dänischen Gymnasialreform. Das Äußere des kubischen, durch verstellbare Fassadenlamellen belebten Baus verrät wenig über die ungewöhnliche innere Gestaltung, in der sich die Offenheit und Flexibilität der Lernformen widerspiegelt. Erschließungs- und Nutzflächen verschmelzen zu einem durch alle Ebenen fließenden, lebhaft kommunikativen Raum, der die Bewegung thematisiert. Ausgehend von der zentralen Wendeltreppe sind aus den Geschossdecken Segmente unterschiedlicher Größe und Richtung ausgeschnitten, sodass sich die Ebenen fast wie erweiterte Podeste um die Treppe winden. Der Luftraum reicht, von Geschoss zu Geschoss versetzt, über die gesamte Gebäudehöhe. Tageslicht durchflutet den Raum. Vielfältige horizontale und vertikale räumliche Verbindungen und Überschneidungen drücken den interdisziplinären Ansatz des Lehrkonzepts aus, das auf Jahrgangsstufen für die Schüler im Alter von 16 bis 19 Jahren verzichtet und den intensiven Einsatz mobiler Computer vorsieht. Die Schüler finden sich auf den offenen, bumerangförmigen Geschossebenen zu Lernteams zusammen oder nutzen individuelle Lernzonen in den Gebäudeecken. Nur wenige klassenzimmerartige Räume reihen sich entlang der gläsernen Fassaden. Statt dessen gibt es, wie Großmöbel eingestellte und über eigene kleine Treppen erschlossene, runde Lerninseln für Gruppenbesprechungen und Ruhepausen. Darunter liegen geschlossene Räume für ungestörte Meetings. Die Schüler arbeiten konzentriert und gern in der offensichtlich motivierenden räumlichen Atmosphäre.
