Der »Matadero« in Madrid, ein im frühen 20. Jahrhundert erbauter, ehemaliger Schlachthofkomplex, soll bis 2011 schrittweise in ein multidiziplinäres Kulturzentrum umgewandelt werden. Die Halle 17c beherbergt nun Teile von »Intermediæ«, einer Institution für zeitgenössische Kunst, die vor allem Schaffensprozesse beleuchten sowie Experiment und Interaktion fördern soll. Die Architekten entschieden sich, ihre Eingriffe in die Bausubstanz auf das Nötigste zu beschränken – wohl auch aufgrund des geringen Budgets von nur 700 000 Euro. Sämtliche vorgefundenen Spuren der Zeit sind sichtbar belassen, z.B. Reste von Korkdämmung, die auf die ehemalige Nutzung als Kühlraum hinweisen, ebenso wie Ausbesserungsarbeiten, etwa an den Stützen. Mauerdurchbrüche bleiben unbearbeitet, als seien sie eben erst herausgestemmt, Leitungen sind offen verlegt. Die neuen Eingriffe sind klar ablesbar, »sehr wenig, sehr hart, sehr sauber und sehr gerade«, wie die Architekten formulieren. Dazu verwenden sie Materialien aus industriellem Kontext, möglichst ohne weitere Verarbeitung und in Standardmaßen.
