In der Präfektur Sapporo, der nördlichsten der vier japanischen Hauptinseln, fällt im Winter Schnee bis zu zwei Metern. Diese extremen klimatischen Bedingungen sowie das limitierte Budget der Bauherren, einer jungen Familie, führten zu dem eigenwilligen Entwurf dieses Hauses. Verhältnismäßig kleine, quadratische Fenster unterschiedlicher Größe scheinen willkürlich über die Fassade verteilt – sie sind jedoch sorgfältig platziert und berücksichtigen den Sonnenverlauf, die umstehenden Bäume und die Reflexionen auf den Oberflächen im Inneren. Ausblicke spielten eine eher untergeordnete Rolle. Die Fenster bestehen teils aus Glasbausteinen, teils aus Gläsern unterschiedlicher Lichtdurchlässigkeit und bescheren den Innenräumen über das ganze Jahr hinweg verschiedenste Lichtstimmungen. Verstärkt werden diese durch den schimmernden weißen PVC-Belag, der sämtliche Böden bedeckt, und das mehrfach gefaltete, weiß lasierte Dach. Der offene Grundriss sowie die Höhenstaffelung der Ebenen im Erd- wie auch im Obergeschoss lassen das Tageslicht tief in die Räume fallen und schaffen zudem Blickbezüge und differenzierte Raumeindrücke. So öffnen sich Wohnraum und Küche bis unter das Dach, während der Essbereich geschützt unter einer Zimmerdecke liegt, über der sich ein wiederum offener Schlafplatz befindet. Die Staffelung ermöglicht neben der Zonierung der Innenräume, die fast alle ohne Türen auskommen, eine kostengünstige Gründung, denn die Bodenplatte folgt dem Geländeverlauf. Die Kosten für Aushub wurden somit auf ein Minimum reduziert.
