Mit 22 großen wie kleinen Spielstätten gehört das Lincoln Center in New Yorks Upper West Side zu den bedeutendsten Kulturzentren weltweit. Zwölf Institutionen einschließlich der Metropolitan Opera und der New York Philharmonic teilen sich einen Campus, der in den 1960er-Jahren in der damals noch wenig attraktiven Gegend entstand. Fassaden aus Travertin sowie ein umlaufender Sockel einen das im Stil einer klassisch angehauchten Moderne gehaltene Ensemble, dessen einzelne Gebäude u.a. von Gordon Bunshaft (SOM), Philip Johnson und Eero Saarinen stammen. 1969 öffnete das von Pietro Belluschi im Stil des Brutalismus entworfene und gleichermaßen mit Travertin verkleidete Juilliard School Building mit der in erster Linie für Kammermusik konzipierten Alice Tully Hall. Ebenso auf einen Sockel gehoben, hielt es orthogonal Abstand zum schräg das urbane Raster durchschneidenden Broadway; das Foyer war niedrig und wenig einladend, der Eingang schwer zu finden. Entsprechend ging es beim Umbau nicht nur darum, die Flächen des Konservatoriums für Musik, Tanz und Schauspiel zu erweitern und das gesamte Gebäude grundlegend zu modernisieren, sondern den von der Umgebung abgerückten Komplex auch durchlässiger zu gestalten, ihn zur Stadt hin zu öffnen.
