Auffälligstes Merkmal des Schulungszentrums ist eine lange Reihe gebäudehoher, drehbarer Sonnenschutzlamellen vor der Eingangsfassade, die mit ihrer gewölbten, silbrigen Oberfläche auf die Produkte des Nutzers verweisen. Mit dem Automobilhersteller BMW hatte der Auftraggeber einen langfristigen Mieter zur Hand, der besondere Ansprüche an ein Gebäude zur Schulung seiner Niederlassungsmitarbeiter mitbrachte. Die Trainingsakademie liegt innerhalb eines heterogen bebauten Gewerbegebiets mit Autobahnanbindung zum Flughafen und zum BMW-Werk München. Unter einem gemeinsamen Dach sind alle Seminar- und Schulungsräume um eine zentrale Halle gruppiert. Diese dient als Treffpunkt für die Mitarbeiter aus den Niederlassungen. Entlang der Längsfassaden liegen Werkstätten, die über die ganze Gebäudehöhe reichen. Zur Halle hin sind ihnen niedrigere Theorieräume zugeordnet, im Obergeschoss darüber befinden sich Trainingsräume. Restaurant und Verwaltung sind direkt am Eingang zur seitlich angrenzenden Grünfläche orientiert. Die Stahlbetonwanne des Untergeschosses enthält Tiefgarage und Technikräume. Darüber ist das Tragwerk über einer Grundfläche von 155,5 ≈ 55,5 Metern dreischiffig in Stahlbauweise ausgeführt. Pendelstützen im Raster von 5 Metern tragen die Primärträger des Daches, alle 2,5 Meter schließen Pfetten an. Verbände aus Rundstahl steifen das Dach als Scheibe aus. Das verglaste Mittelschiff wird von 10 Meter langen Vierendeelträgern aus gedoppelten Stahlblechen überspannt. Alle Stahlbauteile sind durch Schraub- oder Bolzenstöße gefügt. Transparente Pfosten-Riegel-Fassaden, überwiegend mit Sonnenschutzgläsern, bilden die Gebäudehülle. Das Obergeschoss ist als Stahlbetontisch eingestellt. Stahlbetonkerne und Verbände in der Fassadenebene steifen das Tragwerk aus, das durch zwei Fugen in drei selbständige Abschnitte geteilt ist. Die Haustechnik gliedert sich in dezentrale Einheiten und kann flexibel auf die wechselnde Nutzung aller Bereiche reagieren.
