Wohnhochhaus L’ Arbre Blanc in Montpellier

 - Frank Kaltenbach

Ein Folly des 21. Jahrhunderts, das heißt ein verrücktes Erscheinungsbild, das Spaß macht und Aufsehen erregt, forderte die Ausschreibung des internationalen Architekturwettbewerbs, den die Stadt Montpellier gemeinsam mit einer Investorengruppe für den Wohnturm mit 113 Einheiten ausgelobt hatte. Experimentelle Baukultur wird in der südfranzösischen Stadt hochgehalten. In Sichtweite des Grundstücks steht seit 1989 Ricardo Bofills postmoderner Wohnpalast Antigone, ein Barockschloss für jedermann in städtebaulichen Dimensionen. Im letzten Jahrzehnt hat Massimiliano Fuksas eine organisch geformte Berufsschule mit silbern glänzender Metallhaut gebaut, Zaha Hadid eine Bibliothek aus stromlienförmigem Sichtbetonteilen und Jean Nouvel das neue Rathaus mit einer Hülle aus farbigen Glasplatten. Die jungen Architekten Nicolas Laisné und Manal Rachdi, die zum Wettbewerb eingeladen waren, holten Sou Fujimoto ins Team und gewannen den ersten Preis mit einer Idee, die Fujimoto seit Langem verfolgt: ein Haus wie ein weißer Baum, auf dessen Zweigen man überwiegend im Freien wohnt - der L' Arbre Blanc.

Wohnhochhaus L’ Arbre Blanc in Montpellier