Rundholzbrücke in Südtirol

Nachdem die alte Brücke über den Bach, der den Naturpark Schlern von der bewirtschafte-ten Tschapitalm trennt, durch Hochwasser mehrmals stark beschädigt worden war, entschloss sich die Südtiroler Gemeinde Kastelruth, eine neue zu errichten. Diese sollte nun, um weitere Schäden zu vermeiden, den gesamten Geländeeinschnitt von 28 Metern überspannen. Drei Architekturstudenten der Universität Innsbruck entwarfen und bauten eine Brücke, die sich am typischen alpinen Holzblockbau orientiert und einen Akzent in der Hochgebirgslandschaft setzt.Sie beschränkten sich auf zwei Werkstoffe: witterungsbeständiges Lärchenholz, Ressourcen schonend als Rundholz belassen, als Konstruktionsmaterial und Stahl für die Verbindungselemente. Die auf Druck und Schub beanspruchte Tragstruktur besteht aus zwei parallelen Bögen, die durch Querträger miteinander verbunden sind. Diese Parabelbögen werden durch tangential angeordnete Holzstämme geformt. Dabei wirkt jeder Stamm als Einfeldträger mit einseitiger Auskragung. Die Kragarme bewirken zum einen eine Minderung des Maximalmoments, zum anderen bilden sie zusammen mit der notwendigen Stahlseilabspannung das Geländer im Mittelteil der Brücke. Als Windaussteifungen dienen Zugseile an der Unterseite der Bögen. Die auf Durchbiegung beanspruchten Holzrampen zu beiden Seiten wurden lediglich auf die Tragkonstruktion aufgelegt und verschraubt. 

Rundholzbrücke in Südtirol