Bildungszentrum in Vrchlabí

Die einem Gebirgszug nachempfundene begrünte Dachlandschaft im Stadtpark von Vrchlabí, in der Nähe des historischen Schlosses, lässt auf den ersten Blick nicht vermuten, dass sich hier ein zweigeschossiges Forschungs- und Bildungszentrum verbirgt. Seit über 50 Jahren ist das nahe gelegene Riesengebirge an der Grenze zwischen Polen und Tschechien ein Nationalpark, der mit dieser neuen Einrichtung nun eine Plattform für Umweltthemen erhält. Ziel des Entwurfs war die Schaffung eines hybriden Gebildes, teils Gebäude, teils Landschaft, dessen polygonale Dachform die Topografie des Mittelgebirges nachzeichnet. Der mit Hilfe eines 3D-Modells entwickelte Gebäudekomplex dient somit selbst als abstraktes Modell. Unmittelbar gegenüber dem bestehenden Verwaltungszentrum befindet sich der Eingang zur neuen Bildungsinstitution, bestehend aus Auditorium, Laboratorium und Bibliothek sowie Ausstellungs- und Unterrichtsräumen. Eine Glasfassade im Westen und zwei markante Einschnitte im Dach brechen die massive Gebäudekontur auf und lassen ausreichend Tageslicht in die hohen, meist zweigeschossigen Räume dringen. Die raue Sichtbetonoberfläche der Decken verleiht dem Innenraum einen höhlenartigen Charakter. Dazu kontrastieren raumhohe Wandverkleidungen und maßgefertigte Möbel aus Kiefernholz.