Forschung und Praxis: Das Fenster der Zukunft

"Hier lässt sich an vielen Punkten ansetzen - und das wird auch schon getan, sodass die Spielräume künftig eher enger werden dürften. Bei der Verglasung sind dies neuartige Beschichtungen, verbesserte Abstandhalter oder größere Scheibenzwischenräume. Hoch wärmedämmende Fensterrahmen sind heute meist Verbundkonstruktionen mit integriertem Dämmstoffkern. Hier ließen sich die Dämmstoffdicke vergrößern oder Materialien mit geringerer Wärmeleitfähigkeit verwenden. Fast alle Maßnahmen besitzen jedoch Nebenwirkungen: Beschichtungssysteme mit besserem U-Wert verringern oft auch die - im Winter durchaus gewünschten - Wärmegewinne durch das Fenster (g-Wert). Große Glasabstände führen zu erhöhten Belastungen des Randverbundes, die sich auf dessen Dauerhaftigkeit auswirken können. Dicke Dämmstoffkerne setzen meist die Stabilität des Rahmens herab, und bessere Dämmstoffe sind oftmals teuer. Das Gleiche gilt für Verglasungen mit Krypton- oder Xenon-Füllung. Damit lassen sich zwar theoretisch Ug-Werte von 0,5 oder 0,4 W/m²K erreichen - allerdings zu ungleich höheren Kosten als mit optimierten argongefüllten Gläsern, die etwa bei 0,6 W/m²11K liegen. Zudem sind Krypton und Xenon nicht in nennenswertem Umfang verfügbar." Manuel Demel über die Möglichkeiten der Fensterhersteller, die U-Werte weiter zu senken.