Gemeinschaftsküche in Berlin

Die Gründerin der gemeinnützigen Gesellschaft »himmelbeet« will buchstäblich hoch hinaus mit ihrer Idee der Nachbarschaftsgärten. Auf zwei ungenutzten Parkdecks in Berlin-Wedding, auf 22 Meter Höhe, sollten je 6000 Quadratmeter Grünfläche für die Kiezbewohner entstehen. Momentan gärtnern diese noch auf dem ebenerdigen Terrain einer Brachfläche im selben Viertel. Das Gemeinschaftsprojekt erfreut sich so großer Beliebtheit, dass es inzwischen lange Wartelisten für die begehrte Jahrespacht der Gartenparzellen gibt. Auch die Liste der angebotenen Aktivitäten ist lang: Neben professionellem Gärtnern können die Nutzer in Workshops Tangotanzen und Kochen lernen oder sich ganz einfach im Garten sonnen und Kaffee trinken. Ganz im Sinne der Gründerin, die einen möglichst umweltverträglichen Betrieb anstrebt, entstand für Kurse und Café ein Bauwerk aus recycelten Europaletten. Viele freiwillige »Hobbygärtner« beteiligten sich bei der Erstellung des einfachen Quaders, entsprechend hoch ist die emotionale Bindung an das Projekt. Die Paletten wurden zur Erhöhung der Baumasse in der Fassade mit Lehm befüllt und sind mit der tragenden Holzständerkonstruktion verbunden. Im rund 35 Quadratmeter großen Innenraum finden nicht nur die Kochworkshops statt, die Küchenzeile dient auch zur Bereitung von Speisen und Getränken für das Café, und die Nutzer können den Raum für private Veranstaltungen mieten. Horizontal angeordnete Deckplatten der Europaletten können nach oben geklappt werden. Dann werden schwarze Tafeln mit dem Hinweis auf aktuelle Tagesgerichte sichtbar und es entsteht eine Ausgabetheke an der großen Terrasse. Deren Boden aus doppellagigen Paletten bildet eine homogene Einheit mit dem Kubus. Die frisch geernteten Pflanzen finden in dem urbanem Garten ihren direkten Weg vom Beet in die Küche, wo sie zu Gerichten verarbeitet und auf der Terrasse von den Gärtnern verspeist werden. Kürzer könnten die Wege von Anlieferung, Verarbeitung und Verkauf kaum sein.