Wohnhaus bei Pachacámac

Für die Inkas stand die Magie des Ortes am Beginn jedes architektonischen Eingriffs. Erst der Ort bestimmte Nutzung und Gestalt der Baukörper, die sie mit natürlichen Materialien und handwerklich anspruchsvollen Techniken im Einklang mit der Natur umsetzten. Diese Vorgehensweise nahmen sich die Bauherren des Wohnhauses »Casa Pachacámac« zum Vorbild und wählten als Standort einen sanften Hügel ca. 40 km südlich von Lima. Um seine Silhouette möglichst unangetastet zu lassen, gruben die Architekten einen Großteil des Volumens in die Erde ein. Lediglich der Wohnraum ragt als Glaskubus heraus - mit entsprechend eindrucksvollem Blick in die Landschaft. Die eingegrabenen Räume lugen in fingerförmigen Einschnitten aus der Westflanke. Im Osten ermöglichen kleine Öffnungen in den massiven Natursteinmauern eine Querlüftung sowie die natürliche Belichtung aller Räume. Ergänzend zu örtlichem Bruchstein und feinem Flusskies, der steinerne Teppiche im Boden bildet, setzen Sichtbetonflächen zeitgenössische Akzente. Die Einbaumöbel schälen sich skulptural als Bücherregal, Tisch, Waschbecken oder Kamin aus den Betonwänden. Das Dach wird zur Landschaft: Bedeckt mit einer anorganischen Mischung aus recycelten Kunststoffflaschen und Erdreich soll die bepflanzte Hülle im Lauf der Zeit nahtlos mit der Umgebung verschmelzen.