Mit seiner plastisch perforierten Gebäudehülle scheint The Broad wie zwischen die Zeiten gefallen. Das computergeformte Strickkleid, dessen Maschen exakt auf die Vermeidung direkten Lichteinfalls optimiert sind, wirkt wie über ein sperriges Einkaufszentrum aus den 1960er-Jahren geworfen, anstatt sich ganz im Stil aktueller digitaler Architektur über die lasziven Kurven einer Hollywood-Diva zu schwingen. Mehr noch: Während sich das benachbarte Konzerthaus von Frank Gehry wie ein exzentrischer Filmstar gebärdet und damit den dekonstruktivistischen Zeitgeist der 1990er-Jahre auf den Punkt bringt, konterkariert die stromlinienförmige Fassade von The Broad die urbane Entwicklung, für die das Projekt eigentlich stehen sollte: die Umwandlung der Grand Avenue von einer rein dem Automobil vorbehaltenen Magistrale zu einer entschleunigten lebenswerten Flaniermeile mit Aufenthaltsqualität - den Champs Élysées von Los Angeles.