Bibliothek und Ludothek in Spiez

Mit verbindender Geste schließt der Neubau in Spiez die Lücke zwischen Gemeindeverwaltung und Schulanlage. So entsteht ein kleiner öffentlicher Platz im Zentrum der kommunalen Bauten, während sich auf der anderen Seite die Parklandschaft des Thuner Sees erstreckt. Im Erdgeschoss bilden Bibliothek und Ludothek ein offenes Raumgefüge, oben reihen sich kleinteilig die Büros der Verwaltung. Die Fassade steht mit den massiven Kanthölzern aus zertifiziertem Schweizer Holz in der regionalen Tradition des Holzbaus und erinnert formal an die Bücher in den Regalen der Bibliothek. Bei genauerer Betrachtung nimmt der Besucher Buch- und Spieletitel wahr, die konvex und konkav in die matt lasierten Latten eingeschrieben sind. Die Typografien verweisen auf die handwerklich gefertigten Ornamente alter Holzbauten, obgleich sie zeitgemäß mit einer computergesteuerten Fräse erstellt wurden. Die rhythmisierte Verkleidung dient auch als Sonnenschutz und Absturzsicherung der dahinter liegenden Verglasung. Für die tragende Konstruktion nutzten die Architekten die Vorteile des Holzbaus und griffen auf vorgefertigte Hohlkastendecken und Rahmenbauelemente für die Fassade zurück. Die bewitterten, vorgesetzten Kanthölzer können bei Bedarf leicht ersetzt werden, obgleich mit der Zeit eine sicher reizvoll ungleichmäßige Patina die Präzision der gekerbten Schrift mildern wird.