Nach 41 Jahren hat die Stadt Brügge 2015 erstmals wieder eine Triennale für zeitgenössische Architektur veranstaltet. Genauso lange war das Schwimmen in den Kanälen der mittelalterlichen Hansestadt verboten − der Grund war die schlechte Wasserqualität. Die Öffnung der Kanäle zeitgleich zur Triennale inspirierte Momoyo Kajima und Yoshiharu Tsukamoto vom Atelier Bow-Wow, gemeinsam mit ihren Partnerarchitekten Dertien12 eine temporäre Freiluft-Badeanstalt an der Carmersbrug mitten in der Altstadt zu errichten. »Die Beziehung der Menschen zum Wasser intereessiert mich. Schließlich sind es die Menschen, die das Wasser sowohl verschmutzen als auch seine Gegenwart in der Stadt genießen«, so Tsukamoto. Die Architekten gaben ihrer Intervention den Namen »Canal Swimmer's Club« und schufen so einen fiktiven »Verein« für die Schwimmer, die die Plattform den Sommer über an Wochenenden nutzen durften. Auf gemieteten Stahlpontons, wie sie üblicherweise das Militär verwendet, liegt ein verzinkter Stahlrost und darauf ein Terrassendeck aus ehemaligen Gerüstbrettern. Die Plattform erstreckt sich zu beiden Seiten einer Brücke, wobei nur das südliche Ende zum Schwimmen freigegeben ist. Umkleiden stehen in einer nahe gelegenen Schule bereit. Vom Ufer führen eine Treppe und eine rollstuhlgerechte Rampe mit Streckmetallbelag zum Fluss hinunter. Als Absturzsicherung dienen Stahlnetze, die zwischen Boden und Dachträgern spannen. Die Überdachung besteht aus gekanteten Stahlblechlamellen, die über Querträger auf schlanken Stahlstützen auflagern. Das Dach ist (mehr oder weniger) regendicht, aber luftdurchlässig, um die Windkräfte auf die Konstruktion zu minimieren. Die Aufkantungen fungieren zugleich als Regenrinnen. Einige Stützen sind mit Haltevorrichtungen für Flaggen versehen, die signalisieren, ob das Schwimmen gerade erlaubt ist. Im Herbst 2015 wurde die Badeanstalt demontiert und eingelagert. Wann sie wieder errichtet wird, ist derzeit noch offen.