Werkhalle in Andelfingen

Das »Prinzip Blockhaus« hat sich über mehrere Jahrtausende bewährt. Dass diese Konstruktionsart auch im großen Maßstab funktioniert, zeigt die 480 m² große Werkhalle in Andelfingen bei Winterthur. Die auf dem Areal des Wasserbauwerkhofs Neugut errichtete stützenfreie Halle bietet Platz für sechs große Fahrzeuge und Maschinen. 29,7 m Länge und 7,6 m lichte Raumhöhe ermöglichen ein hindernisfreies Arbeiten mit Kranfahrzeugen. Das zu den Längsseiten offene Dach kragt weit über den Vorplatz und bietet somit auch bei Arbeiten vor der Halle Schutz vor Witterungseinflüssen. Zusammengesteckt aus 36 Leimholzbindern mit ineinandergreifenden Ecküberlattungen entspricht der Bau einer klassischen Blockbauweise. Die bis zu 32 m langen Binder wurden aus schweizer Fichtenholz vorgefertigt und auf Sattelschleppern angeliefert. Mithilfe eines Pneukrans konnten die Fertigteile in lediglich vier Tagen Bauzeit zusammengefügt werden - gestapelt auf einer geglätteten Betonbodenplatte, dreiseitig ergänzt durch massive Sockelwände. Ineinandergreifende Eckpunkte, die zuvor noch nie in dieser Größe hergestellt wurden, sichern gegen Kippen und Längsverschiebung. Durch vertikale Stahlstifte zusätzlich gegen horizontale Verschiebung geschützt, liegen die Binder leicht versetzt übereinander, sodass das Gebäude nach oben hin breiter wird. Regenwasser kann so wie von einer Schindelverkleidung abtropfen. In sämtlichen überstehenden Kanten wurden werkseits Tropfnuten eingefräst. Die schmalen Wandstücke beidseits der Torfront stabilisieren den Bau in Längsrichtung und reduzieren die Spannweite des Holzträgers über der Toröffnung und damit dessen statische Höhe. Das Dach besteht aus vorfabrizierten Fünfschichtplatten, deren Oberseite mit Kautschuk beschichtet ist. FLK