Deckenschalungen

Die am häufigsten vorkommende und zugleich als feuersichere Bekleidung der Balken anzusehende ist die einfache geschalte und geputzte Decke. Bei dieser besteht die Arbeit des Zimmermannes in der Anbringung der den Mörtelbewurf tragenden Deckenschalung.rnDie zur Herstellung der Deckenschalung verwendeten Bretter sind gewöhnlich 1,5 bis 2 cm stark und müssen recht schmal, höchstens 12 cm breit sein; dieselben werden an jedem Balken mittels zweier Nägel (abwechselnd schräg eingeschlagen) und mit 1-1 ½ cm Fuge befestigt. Breitere Bretter müssen in ähnlicher Weise, wie dies schon bei den geputzten Wänden beschrieben wurde, gespalten und die einzelnen Stücke wieder mit Fugen an den Balken befestigt werden, um ein Werfen der Bretter und ein dadurch hervorgerufenes Reißen des Deckenputzes zu verhindern.rnDamit der Mörtel an der Deckenschalung haftet, wird sie (vom Maurer oder Gipser) mit Rohr oder Rohrgewebe benagelt (Abb. 807). Die 3/4 cm starken Rohre werden senkrecht zu der Richtung der Schalbretter mit 1 ½ mm starkem Draht in 10 cm Abstand durch Nagelung festgehalten. Die etwa 1,50 x 15 m großen Rohrmatten bedürfen als Unterlage nur einer Lattung von 4x6 cm starken Latten in 20 cm Entfernung.rnStatt der mit Rohrgewebe zu benagelnden Bretterschalungen werden in neuerer Zeit vielfach Leistenschalungen und mittels Draht hergestellte Leistengeflechte verwendet.rnFür Leistenschalungen werden am häufigsten die konisch geschnittenen Wurf- oder Pliesterlatten verwendet, die einzeln an den Balken befestigt werden (Abb. 808). Die 12x20 bis 15x26 mm starken Latten können rechteckigen oder trapezförmigen Querschnitt haben.rnDie Leistengeflechte bestehen aus verschiedenartig profilierten Leisten, welche mittels Draht zu einem Mattengewebe verbunden werden.rnDiese Matten werden entweder direkt unter die Balken oder an quer unter den letzteren in Abständen von ca. 60 cm angebrachten Latten befestigt. In den Abb. 809-812 sind einige Arten dieser Leistengeflechte wiedergegeben.rnAuch an Stelle der geschalten und geputzten Decke werden andere Materialien verwendet; sie sollen, da sie nicht in das Arbeitsgebiet des Zimmermannes gehören, hier nur kurz erwähnt werden.rnEs gehören hierher die Verwendung der Gipsdielen zur Bekleidung der Balkenunterfläche, der Verputz auf gebrannten Tonplatten, der Verputz auf dem „Drahtziegel" benannten Gewebe, bei welchem ein Drahtgewebe von kleinen gepreßten, hartgebrannten Tonkörperchen als Einlage dient, und endlich der Rabitzputz (nach seinem Erfinder so benannt), bei welchem ein engmaschiges Drahtgewebe (Maschenweite 1-2 cm) mittels dünner Rundeisenstangen und Draht straff unter die Balken gespannt und mit einem eigenartigen Mörtel (Gipsmörtel mit Leimzusatz, dem Kälber- oder Rehhaare beigemengt werden) beworfen wird.rnDer Putz auf Drahtgeflechten hat den großen Vorzug, rißfreie Decken herstellen zu können.rnWird Schutz gegen Feuchtigkeit und Dunst - z. B. über Ställen - verlangt, dann kann man mit Erfolg geriefelte Asphaltfilzpappe von A. W. Andernach, oder „Torfoleum" als Putzunterlage benutzen. Das Holzwerk darf aber nicht von der Luft abgeschlossen werden, es muß „atmen" können. Sollte auf dem Gebälk etwa ein Zementestrich aufgebracht, oder der Holzfußboden mit Linoleum belegt werden, dann muß durch gegenüberliegende Luftlöcher für Entlüftung der Balkenfache gesorgt werden. (Die Balkenfache eines Hauses wurden mit Schwemmsteinen oben bündig ausgerollt. Darüber kamen Isolierpappschicht, Drahtgewebe, Zementestrich und Linoleum.)rnMehr Anforderungen, sowohl an Arbeitsleistung als an Geschicklichkeit, stellen die eigentlichen Holzdecken an den Zimmermann.