Als Beispiel eines Glasdaches geben wir auf den Taf. 24-25 das gußeiserne Dachgerüst eines Magazins, welches vom Verfasser in Karlsruhe ausgeführt und in Erbkam's Zeitschrift für Bauwesen, Jahrg. 1864, veröffentlicht ist. Der Raum, welcher zu einem Magazin eingerichtet werden sollte, ist von benachbarten Bauten derart eingeschlossen, daß er nur durch Oberlicht erhellt werden konnte. Fig. 1, Taf. 24, zeigt etwa den vierten Theil des Grundrisses der Dachconstruction; Fig. 2-3 nahezu den ganzen Längen- und Querdurchschnitt, und Fig. 4 die Construction der seitlich angebrachten beweglichen Fenster des Oberlichtes.rnVon den sechs zur Unterstützung der Galerie und des Daches dienenden doppelt aufeinander gestellten gegossenen Säulen haben die vier Ecksäulen noch den besonderen Zweck, das Regenwasser herabzuleiten, welches mittelst Kanälen unter dem Boden weiter geleitet wird. Diese Säulen sind zwei Mal durch I förmige Träger verspannt, welche zugleich zur Aufnahme schwächerer schmiedeiserner Balken von derselben Form dienen, auf welche abgehobelte tannene Rippen geschraubt sind, um den aus zwei Lagen bestehenden gefederten Riemenboden der ersten Etage befestigen zu können. Auf den obersten eisernen Querbalken ruhen einige leichte Hölzer zur Befestigung der Dielendecke.rnDas Oberlicht ist als oblonger Aufsatz construirt, welcher sich so weit über die anschließenden Dachflächen erhebt, daß die seitlich angebrachten mobilen und zur Lüftung dienenden Fenster eine Größe erhielten, vermöge welcher der Raum genügend beleuchtet wird, wenn auch die obere feste Glasfläche mit Schnee bedeckt sein sollte.rnDieser Aufsatz besteht nun der Hauptsache nach aus drei durchbrochenen bogenförmigen Quer- und vier an cylindrische Knöpfe sich anschließenden Eckträgern nebst einer Firstpfette. Diese Theile sind auf Taf. 25, Fig. 2-4, mit den nöthigen Profilen deutlich dargestellt. Der leichteren Verbindung wegen wählte man zwei cylindrische, hohl gegossene Knöpfe, Fig. 3, an welche sich die Eck- und Querträger, sowie die Firstpfette anschließen. Das Auflager der Träger auf den Ecksäulen, welche oben offen sind zur Aufnahme des Regenwassers, ist in Fig. 8 gegeben. Auf denselben ruhen auch gewalzte I förmige Balken, welche das Deckengebälk tragen. Zur weiteren Erklärung des Auflagers der Eckträger dienen die Zeichnungen Fig. 5, sowie die Verbindungen der stärkeren Hauptbalken mit den schwächeren Querbalken, Fig. 6-7, die die Rippen sammt Fußboden aufnehmen.rnEndlich zeigt Fig. 1 den Durchschnitt durch eine der unteren Säulen.rnDie Verglasung des Oberlichtes findet mit sogenanntem Doppelglas statt und sind zwischen den Scheiben bei deren Ueberdeckung Kittstreifen angebracht, welche jeweils in der Scheibenmitte um 3 cm unterbrochen sind, um dem Schwitzwasser einen Ablauf nach außen zu gestatten. Die Dachflächen sind mit Zink nach dem Leistensystem eingedeckt.