Flachdecken zwischen Stahlträgern: bewehrte Steindecken

4. Steindecken mit Eiseneinlagenrna) Kleinesche Decke. Die Kleinesche Decke ist eine der ältesten Massivdecken mit Eisenbewehrung und hat als Vorbild vieler neuzeitlicher Deckenkonstruktionen gedient. Die Deckenplatte wird in Stärken von 10, 12 und 15 cm hergestellt, besteht aus porösen Normalformat- oder Schwemmsteinen oder aus porösen 10x15x25 oder 12x15x25 cm großen Hohlsteinen und enthält in dem unteren Teile der quer zu den Trägern verlaufenden Fugen Bandeisen von 1-2 mm Stärke und 20-30 mm Dicke. Durch die innige Verbindung von Eisen und Zement wirken die Bandeisen als fest verspannte Mörtelträger, die die auftretenden Zugspannungen aufzunehmen haben. Je nach Beanspruchung und Spannweite können die Steine flach- oder hochkantig oder auch flachseitig, abwechselnd mit Verstärkungsrippen, verlegt werden. Die Ausführung erfolgt auf Deckenschalung in Zementmörtel.Die größte in Berlin zugelassene Spannweite beträgt 2,85 m (vgl. Abb. 406 und 407).rnb) Förstersche Abteildecke. Zur Verwendung der Försterschen Decke für größere Spannweiten werden in jeder 3. oder 4. Schicht besonders breite Flacheisen verlegt, die die Deckenzugspannungen auf die Trägerflansche zu übertragen haben. Zu der Herstellung der Decke werden dieselben Steine benutzt, mit denen die gewöhnliche Försterdecke hergestellt wird (vergl. Abb. 395), nur muß die eisenaufnehmende Schicht durch Einschlagen der oberen Deckenplättchen für den besonderen Zweck hergerichtet werden (Abb. 408 c). Die Steine werden vermauert, die Bandeisen verlegt und die Steinkanäle mit Zementbeton fest ausgestampft. Ebenfalls muß das oberhalb der Deckenplatte freiliegende Bandeisen mit Beton umhüllt werden (Abb. 409).rnEin besonderer Vorteil der Decke liegt darin, daß die Eisen nicht in Fugen, sondern in den Tonsteinen liegen, wodurch sie gegen Dämpfe und Feuer besonders geschützt sind.rnc) Ackermannsche Massivdecke. Die von Ackermann & Co., Hannover, konstruierte Decke hat den Vorzug, daß sie ohne Schalung hergestellt werden kann. Sie besteht aus besonders geformten Steinen (Abb. 410), die mit ihrer Breitseite auf den Trageisen reiten. Zur Herstellung der Decke werden zunächst den Unterstützungen parallel befestigte Stützbalken verlegt, in denen sich in den erforderlichen Abständen Stifte befinden. Auf diese Stifte werden die Trageisen verlegt, die Reitnuten mit Zementmörtel 1:4 vergossen und alsdann die Formsteine auf die Trageisen aufgebracht. Nach Fertigstellung werden die Fugen oberhalb der Decke mit dünnflüssigem Mörtel vergossen und unterhalb fest verstrichen. Die Hohlsteine werden in zwei verschiedenen Formaten hergestellt, die zwei Ausführungsweisen in verschiedener Deckenstärke ermöglichen (Abb. 412).rnWeitere Deckenkonstruktionen sind von Bauinspektor Wendt, Berlin, in der Süddeutschen Bauzeitung, Jahrg. 1910, Seite 11-14, veröffentlicht worden, ebenfalls mag auf die vom Stahlwerks-Verband Düsseldorf herausgegebenen Druckschriften über massive Decken zwischen eisernen Trägern verwiesen werden.