Kastenfensterdetails

Die süddeutsche Variante dieser Form mit äußerem Fensterstock (Blockrahmen) (Tafel 74), hat sich gut bewährt, wenn man auf eine gute Dichtung des Anschlusses an die Mauer achtet. Der Kasten schwindet jedoch nicht unerheblich, und durch die Fugen bläst der Wind dann so stark, daß sich die Vorhänge bewegen, wenn der Zwischenraum nicht gut mit geteertem Werg, oder wenigstens mit Papier, etwa mit Zementsäcken ausgestopft ist.Um es zu ermöglichen, daß das Fenster, wie es schon als vorteilhaft geschildert wurde, erst nach dem fertigen Verputzen eingebaut werden kann, wurde es in Kunststeingewände eingesetzt, an deren Holzdübel der Kasten durch das Futter angeschraubt und dabei durch Werg oder Glaswolle gedichtet wird. Außen und innen wurden die Fugen durch Deckleisten geschlossen. Am unteren Querschenkel des Rahmens ein Wetterschenkel als Abdeckung der schmalen Fensterbank. Das innere Fensterbrett muß eingeputzt werden, weil es aus Holz ist, aber auch dies könnte vermieden werden, wenn es aus Kunststein gefertigt, vor dem Verputzen verlegt würde (siehe Tafel 75). Diese Art, ein Kastenfenster einzubauen, hat sich in der Praxis so gut bewährt, daß sie für unsere Verbesserungsvorschläge beibehalten wird.Seine Herstellung erfordert keine besondere Geschicklichkeit. Der Abstand der Glasscheiben geht mit 11 cm allerdings über die 6 cm hinaus, die man für den Kälteschutz ruhender Luftschichten in den darüber angestellten Versuchen als günstigstes Maß ermittelt hat [23].Bei der Untersuchung der Lichtdurchlässigkeit werden wir sehen, daß gerade der große Scheibenabstand besonders ungünstig ist. Auch aus diesem Grunde würde eine flachere Bauart besser sein.Wir bemerkten schon, daß die Tiefe des Futterkastens allein von der Höhe der verwendeten Olive abhängt. Wenn wir uns aber entschließen, statt der gewohnten Griffe etwa flache Drehknöpfe (Tafel 77) einzuführen, oder einen Hebelverschluß nach Art der Treibriegelverschlüsse, wie sie für Garagentore üblich sind, dann könnte man die Futterbreite auf 6 cm bringen (Tafel 76-79). (Die Befestigung des Drehknopfes am Vierkantdorn des Getriebes durch Gewinde mit Mutter erscheint dauerhafter als das übliche primitive Aufstecken, bei dem die Oliven so leicht locker werden.)  rn[23] Cammerer, I., S.; Konstruktive Grundlagen des Wärme- und Kälteschutzes in Wohn- und Industriebauten, Berlin 1936.