Mansardendach und Dachstuhl mit Kniestock

Mansardedach, KniestockdachrnAbb. 1 Mansardedach mit Kehlbalkendachstuhl Abb. 2 Mansardedach mit Pfettendachstuhl Abb. 3 Kehlbalkendach mit Kniestock Abb. 4 Pfettendach mit KniestockrnDas gebrochene oder Mansardedach (benannt nach dem Architekten F. Mansart) ermöglicht eine größere Ausnützung des Dachraumes (Abb. 1 und 2). Die Ausführung erfolgt nach Art der Kehlbalken- oder Pfettendächer. Für die Schönheit dieses Daches ist der Neigungswinkel und das Verhältnis der unteren zur oberen Dachfläche ausschlaggebend. In der Barockzeit ist der Versuch unternommen worden, eine Methode zur Bestimmung der schönsten Verhältnisse zu schaffen (vgl. geom. Konstruktion in Abb. 1). Man hält sich jedoch in ästhetischen Dingen besser vom Schema fern, um von Fall zu Fall nach freiem Ermessen konstruieren zu können. Abb. 1 a und 2 a zeigen die Verknüpfung der Hölzer am Dachbruch.rnDie Renaissance-Architekten haben oft zur besseren Entwicklung des klassischen Hauptgesimses die Sparrenenden auf Pfetten aufgelagert, welche über der Balkenlage auf einer Kniestockwand (Abb. 3 a) aufliegen. Dieser Kniestock ergibt ebenfalls wie das Mansardedach einen größeren Dachquerschnitt und wurde im Wohnungsbau oft, aber selten mit gutem Erfolg, angewendet. Der aufgehobene Dreiecksverband kann nur durch eine zusätzliche Strebe (Abb. 3 b) und eine Zange, welche die Strebe mit der Kniestockstuhlsäule verbindet, ersetzt werden. Abb. 4 a zeigt die Anordnung der Kniestockpfette. Besonders ungünstig wirkt sich diese Konstruktion dann aus, wenn der gewonnene Dachraum restlos ausgenützt werden soll. Die zusätzliche Strebe mit ihren Zangen kann nur in den Scheidewänden angeordnet werden und bietet hier Anlaß zu Rißbildungen. Die Fenster an den Traufseiten sitzen nicht gut auf dem Dachfuß oder zerreißen denselben ganz und erschweren die Durchführung der Dachrinne. Die Unterbrechung des Hauptgesimses ist nur erträglich bei geringer Ausladung und mit großen Fensterabständen, wie man beispielsweise bei verschiedenen Loireschlössern oder bei einigen englischen Landhäusern sehen kann.