Schornsteine

Allgemeines über SchornsteinernEin wichtiger Bestandteil des Hauses ist der Schornstein. Diese Tatsache wird in der Praxis oft nicht beachtet und gibt Veranlassung zu Klagen über schlecht ziehende Öfen. Ein solcher Ofen führt neben ungenügender Wärmeabgabe zur Brennstoffvergeudung, was mit Rücksicht auf die hohen Kosten des Brennmaterials vermieden werden sollte.rnDem Übelstande eines zu starken Zuges des Schornsteins läßt sich durch Abdrosseln des Ofens begegnen, dagegen ist es der Hausfrau nicht möglich, den ungünstigen Wirkungen eines zu schwachen Zuges abzuhelfen, sofern der Fehler im Schornstein selbst liegt und nicht auf ein Verrußen der Ofenrohre oder Verschlacken des Rostes zurückzuführen ist.rnZu schwacher Schornsteinzug entsteht, wenn:1. der Schornstein durch Einführung zu vieler Feuerungen überlastet ist;2. der Schornstein Nebenluft hat (falsche Luft). Falsche Luft entsteht auch dadurch, daß Gasgeräte an den Rauchkamin angeschlossen werden;3. Verengungen im Schornstein vorkommen:4. die Höhe des Schornsteins zu gering ist;5. der Abstand von der Raucheinführung bis zur Schornsteinmündung zu gering ist; dieser Übelstand macht sich besonders bei Dachwohnungen stark bemerkbar;6. Schornsteine, die unterhalb der Raucheinführung durch mehrere Geschosse gehen und hier unbenutzt bleiben. Folge: starke Rauchentwicklung in der Dachwohnung.7. der Schornstein durch kalte Räume führt. Bei der Grundrißgestaltung sollte deshalb darauf geachtet werden, daß der Schornstein möglichst im Innern des Gebäudes hochgeführt wird und nicht an der Außenwand. Wenn mehrere Schornsteine notwendig sind, so ist ihre Vereinigung an einer Stelle sehr zu empfehlen;8. die Abdeckung des Schornsteines unrichtig ausgeführt ist;9. der Schornstein verrußt ist;10. die Rauchrohre der Ofen nicht richtig in den Schornstein eingeführt sind;11. zu lange waagerechte Rauchrohre zum Schornstein geführt werden;12. der Querschnitt des Schornsteins für die Feuerung zu gering oder zu groß ist. Die Rauchgase können bei zu geringem Querschnitt nicht genügend abgeleitet werden; bei zu großem Querschnitt behindert die im Schornstein stehende kalte Luftsäule den Abzug der Rauchgase.rnIm allgemeinen wurden früher und auch heute noch zum großen Teil Schornsteine aus Ziegelsteinen gemauert. Die Verwendung anderer Materialien, wie Leichtbeton (Bims und Schlacke) sowie Stampfbeton (Kalkstein, Kies) ist nicht so günstig wie Ziegelsteine. Gegen die Ausführung der Kamine in Ziegelsteinen sind in der letzten Zeit Bedenken erhoben worden. Als nachteilig wird die hohe Fugenanzahl sowie der größere Platzbedarf dieser Kamine bezeichnet. Die Ausführung der Ziegelsteinkamine gibt infolge mangelhafter Arbeit durch ungeeignete Maurer oft zu Anständen Veranlassung. Ein Ziegelsteinkamin sollte mit aller Sorgfalt vollfugig gemauert werden. Dem Bestrich (Glattstrich) auf der Innenseite der Kamine ist ebenfalls mehr Beachtung und Sorgfalt zuzuwenden, als dies bei den meisten Ausführungen der Fall ist. Das Mörtelmaterial (feiner Sand) sollte vorher gut gesiebt werden. Beanstandungen dieser Kamine sind daher auf unsachgemäße Ausführung zurückzuführen. In Abbildung 1 und 2 sind zwei Beispiele gemauerter Ziegelsteinkamine gezeigt mit besonderer Berücksichtigung des Abstandes der Balkenlage (Abb. 1) und der Fachwerkzwischenwände (Abb. 2). Die Verwahrung soll in beiden Fällen aus Beton- oder Dachziegelausfüllung bestehen.rnIn Abbildung 3 werden fabrikmäßig hergestellte Kamine gezeigt, die den Vorteil der geringen Fugenbildung und der glatten Innenseite sowie des geringeren Platzbedarfs gegenüber Ziegelsteinkaminen haben. Diese Kamine werden in den verschiedensten Größen angefertigt. Durch die doppelte Wandung können die äußeren Kanäle leicht zu Entlüftungen verwendet werden.rnBeim Versetzen der fabrikmäßig hergestellten Kamine (vgl. Abb. 4) sind folgende Gesichtspunkte zu beachten: Auf die richtige Reihenfolge der Steine beim Versetzen der fabrikmäßig hergestellten Kamine ist die größtmögliche Sorgfalt anzuwenden. Die Steine müssen ohne Ausnahme genau nach den fortlaufenden Nummern und wie auf der Versetzzeichnung vorgesehen, aufgebaut werden.rnInsbesondere ist darauf zu achten, daß die Fugen und die einzelnen Stege, hauptsächlich aber die inneren Fugen, dick mit feinem, fetten Schwarzkalkmörtel oder verlängertem Zementmörtel aufgezogen werden, damit die Steine satt aufsitzen. Die Steine müssen an den Stellen, wo der Mörtel zu sitzen kommt, zuvor gut angefeuchtet werden. Zum Versetzen der Gaskamine ist entweder feiner, verlängerter oder reiner Zementmörtel, welchem ein Dichtungsmittel beizumengen ist, zu verwenden. Die einzelnen Fugen sollen nicht größer als 5 mm sein. Das Versetzen der einzelnen Steine soll nur mittels Versetzzange geschehen und muß vorsichtig erfolgen, damit der untere Stein nicht aus seiner Lage gerückt wird. Der bei den Fugen auftretende Mörtel muß innen glattgestrichen werden, damit keine Unebenheiten entstehen. Dies gilt besonders auch für die Isolierzellen, welche als Entlüftungszellen verwendet werden.rnIn solchen Fällen, wo der Kamin in die Mauer gesetzt wird, ist es empfehlenswert, ihn immer einige Meter voraus aufzubauen. Massivdecken sind nicht direkt an die Kaminwand anzubetonieren, sondern es ist zwischen dieser und der Decke ein der Höhe der Decke entsprechender Dachpappestreifen oder ähnliches einzulegen, so daß sich Decke und Kamin für sich bewegen können.rnDer Bauleitung ist dringend zu empfehlen, daß das genaue Versetzen der Kamine und besonders die Fugendichtung stockweise kontrolliert wird. Die Kontrolle geschieht am besten in der Weise, daß nach Versetzen eines Stockwerks der Rauchkanal abgedichtet und bei der unteren Putztüre Rauch im Kamin erzeugt wird. Tritt alsdann durch die Ventilationen kein Rauch aus, so ist der Kamin gut gedichtet. Damit es nicht vorkommt, daß Entlüftungen keinen Ausgang haben, ist bei den Kaminen, bei welchen die Isolierzellen als Entlüftungszellen verwendet werden, speziell darauf zu achten, daß die in den Hutuntersätzen eingehauenen Entlüftungsausmündungen auch auf die Zellen gesetzt werden, in welche die Entlüftungen einmünden.