Der Naturstein: vom Steinbruch bis zum fertigen Einbau

B. Der Naturstein vom Steinbruch bis zum fertigen Einbau 1)rnDie Steinblöcke werden im Steinbruch (Bild 148) durch Abbohren, Abspalten oder dgl. (Näheres s. S. 7) vom Muttergestein gelöst, mit geeigneten Kranen (Bild 149) zur Werkhalle befördert oder auf dem Werkplatz für spätere Verwendung gelagert. In der Werkhalle mit den verschiedenen Steinbearbeitungsmaschinen (Näheres s. S. 407) werden die Blöcke zugerichtet. Bild 150 zeigt eine Werkhalle mit Steintrennsägen, und die Bilder 151 und 152 veranschaulichen das Zerlegen eines Steinblockes je nach Bedarf zu dicken oder dünnen Platten mittels eines Steingatters (s. auch Bild). Die Weiterverarbeitung zu Werksteinen geschieht an Hand der vom Architekten entworfenen Zeichnung. In einer solchen Ansichtszeichnung wird die Flächengröße der einzubauenden Steine festgelegt (Steinschnitt) und in der Schnittzeichnung sind die Steindicken mit dem Steinverband angegeben. Besondere Steine wie Öffnungsabschlüsse, Hauptgesimse usw. sind im größeren Maßstabe gesondert zu zeichnen. Jene Architektenzeichnungen werden der Steinmetzfirma zur weiteren Bearbeitung übergeben. Jetzt erfolgt für den Betrieb die Anfertigung der Werkzeichnung(en), die meistens von dem Steinmetzwerk ausgeführt wird. In einer solchen Werkzeichnung, auch Versetzpläne genannt, erhält jeder Stein eine Nummer, gleichzuformende Steine die gleiche Nummer (Bild 153 und Bild 155). In eine Steinliste bzw. Bestelliste (Tafel 8) werden sämtliche Steine nach Abzug der Fugenstärke mit ihren Größtabmessungen eingetragen. Die Maße geben das den fertigen Stein umschließende Raummaß an. Solche Bestellisten werden in drei Ausfertigungen für Büro, Betrieb und Baustelle zusammengestellt. Um schon äußerlich zu erkennen, für welche Verwendungsstelle die Liste zu gelten hat, sind die Vordrucke in drei verschiedenen Farben: gelb, grün, rot, ausgeführt. Kommt man mit einer Liste nicht aus, dann wird die Gesamtlistenzahl nach Nummern geordnet. Die Preiseintragung erfolgt nur auf der für das Büro vorgesehenen Bestelliste. Im Betrieb werden die Steine an Hand der Liste fertiggestellt: Ist eine maschinelle Bearbeitung nicht möglich, dann wird der Rohstein aufgebänkt und die weitere Bearbeitung geschieht von Hand mittels der Handwerkszeuge des Steinmetzen […] und gegebenenfalls unter Verwendung von Schablonen. Die im Steinsägegatter aufgesägten Rohplatten werden in der Schleiferei entweder gesandelt, geschliffen oder poliert. Danach erfolgt mittels der Carborundum-Fräse die Aufteilung der Platten auf das jeweils gewünschte Maß und die weitere Bearbeitung aller sichtbaren Kanten durch Schleifen und Polieren.rn[…]rnDie in den Bildern 154, 156 und 157 gezeigten neuen Bauten stehen in Düsseldorf an der Königsallee, einer der repräsentativsten Straßen Deutschlands, und legen Zeugnis ab von der Gestaltungskraft der Architekten und von dem hohen Leistungsvermögen der Steinmetzfirma.rn1) Als Ergänzung zu „Die Arbeiten an Natursteinen", S. 7 und „Steinbearbeitungsmaschinen", S. 407.