Die Tafeln zeigen als Beispiele ein einfaches Hängewerk (a), ein einfaches Hängewerk mit Gegenstreben (b) - bei steilen Hängewerksdächern ist die Einfügung von Gegenstreben zur Aufnahme der Windkräfte vorteilhaft, ohne sie müßten die Tragstreben erheblich stärker bemessen werden -, ein doppeltes Hängewerk (c) und ein doppeltes Hängewerk mit abgesprengter Firstsäule (d). Dreifache und noch größere Hängewerke kommen selten vor. Die Zahl der Pfetten, die Zahl der Aufhängungen und die Anordnung der Deckenbalken werden von Fall zu Fall, je nach der Dachneigung, der Spannweite und der gewünschten architektonischen Gliederung der Saaldecke gewählt und kombiniert.rnDie Deckenbalken bleiben meist sichtbar. Sie laufen entweder parallel zum Binderbalken - an Überzügen (a, c) aufgehängt bzw. auf Unterzüge (b) gelegt - oder senkrecht zum Binderbalken, so daß dieser als Unterzug in Erscheinung tritt (d). In jedem Fall wird man die Decke so leicht wie möglich konstruieren und sie nicht zu Lagerzwecken verwenden. Falls an die Balkenunterfläche eine Vertäfelung oder Putzdecke gehängt ist, kann man u. U. auf den Fußboden im Dachraum verzichten und nur einen Laufsteg für Reparaturzwecke vorsehen.rnAls Aufhängekonstruktion wird eine Flacheisenlasche mit aufgeschweißten Druckstücken in die Säule eingelassen (a, b, c, d). Nur bei kleinen Hängewerken genügt Verschraubung ohne Druckstücke. Für große Hängewerke empfiehlt sich eine nachstellbare Aufhängung (125). Der Binderbalken wird in der Mitte etwas überhöht, damit die Decke auch dann, wenn sich das Tragwerk gesetzt hat, noch leicht nach oben gewölbt bleibt; schon wenn sie genau waagrecht ist, entsteht der Eindruck, als ob sie etwas nach unten durchhinge.rnFür den Anschluß der Strebe an Säulen und Binderbalken wird selten der einfache Versatz (a) genügen, meist wird doppelte Versatzung (b) oder eine einfache Versatzung mit zusätzlicher Dübelverbindung in der hinteren Versatzungsfläche (126) erforderlich sein. Der hintere Einschnitt der doppelten Versatzung muß um mindestens 1 cm tiefer sein als der vordere, damit der hintere Zahn des Balkens nicht abgeschert wird. Bei sehr stark belasteten Streben wird die Versatzung durch angedübelte Beihölzer verbreitert (d).rnBei den Hängewerken ist es noch wichtiger als bei den Sprengwerken, daß sich die Kraftlinien von Strebe und Binderbalken auf der Mauer schneiden, damit zusätzliche Biegung im Balken vermieden bleibt. Wenn die Hallenwand durch Pfeilervorlagen gegliedert ist (s. S. 37), findet der Strebenfuß bequem auf der Pfeilervorlage Platz (d, c rechts). Konsolartige Unterlagshölzer am Binderbalkenauflager sind meistens nur Zierform (c links).