Stehende Gauben

Die stehende Gaube trägt ein eigenes kleines Sattel- oder Walmdach, das in das Hauptdach einschneidet. Am besten sieht sie als Schiefergaube (232) aus - in der deutschen Schieferdeckung können Wände und Dach nahtlos eingebunden werden (246) (e). Das Gaubendach kann ein geübter Dachdecker allenfalls noch in Biberschwänzen rund herausdecken. Sonst sind an den Wand- und Dachverschneidungen immer Blechanschlüsse (247) nötig. Es liegt also nahe, die Seitenwände ganz mit Blech zu überziehen und auch das Gaubendach in Blech zu decken (f). Dieses kann dann sehr flach geneigt sein und beliebig modelliert: als Satteldach oder gewölbt, gewalmt oder mit Giebel oder auch als ganz flaches Pultdach - eine Form, die sich von dem hochgezogenen Schleppgaubendach klar unterscheidet. In solcher Ausführung fügt sich die Gaube in alle Hartdeckungen ein und beansprucht in der Dachfläche am wenigsten Platz. Die Blechgaube kann auch formal am wenigsten verderben und ist in kleinen und flacheren Dächern, wo andere, an sich schönere Gaubenformen ausscheiden, noch erträglich. Sie wirkt ähnlich wie die Dachrinne nicht so sehr als Bestandteil der Architektur, mehr als technisches Zubehör; es kommt darauf an, dem meist unedlen Material eine schlichte, straffe Form zu geben.